Werbegeschenke - Mit dem Regenschirm zum Vertragsabschluss
Nahezu jeder kennt sie, benutzt sie auch oder hat sie einfach nur in einer Schublade versteckt. Von nützlich bis überflüssig, von notwendig bis skurril, die Bandbreite der kleinen Gimmicks geht wie eine Schere auseinander; die Rede ist von Werbegeschenken. Jeder Mensch hat schon mal von seinem Bankberater einen verspielten Kugelschreiber oder von seiner Krankenkasse einen praktischen Chip für den Einkaufswagen bekommen.
Unternehmen setzen seit Jahren - wenn nicht sogar seit Jahrzehnten - auf diese Art des Marketings, um sich von der Masse abzuheben und andere auf sich und/oder ihre Produkte aufmerksam zu machen. Banale Geldgeschenke tun es dabei nicht. Es sollte schon etwas originelles sein, dass beim Beschenkten im Gedächtnis bleibt. Den Fantasien und Möglichkeiten der Herausgeber dieser Werbematerialien sind in Sachen Design und Vielfalt keine Grenzen gesetzt. Früher gab es häufig Kleinigkeiten wie Kugelschreiber, Notizblöcke oder Feuerzeuge. Später setzte man noch einen drauf und brachte kleine Nähsets, Aschenbecher und Kalender mit Firmenaufdruck unters Volk. Doch um eine höhere Kundenbindung zu erreichen, implizieren viele Dienstleister ihren Kunden heute, dass sie die bessere Wahl sind, weil sie immer auffälligere Werbegeschenke verteilen. Das fängt bei digitalen Tischuhren an, geht über Cocktail Shaker und Regenschirme bis hin zu USB-Sticks für die modernen Multimedia-Nutzer.
Das Werbematerial ist für die Unternehmen in der heutigen Zeit durch einen Großeinkaufspreis sehr günstig und verfehlt auf keinen Fall seine Wirkung, denn viele Kunden, die mit anderen Leuten in ihrem Umkreis darüber sprechen, woher sie jenen tollen Artikel haben, erzählen auch im gleichen Atemzug ihrem Gegenüber, warum sie genau bei dieser Versicherung oder dieser Bank Kunde sind und wie günstig die Leistungen dort angeboten werden. Das spricht sich durch diese für das jeweilige Unternehmen nun kostenlos werbenden Multiplikatoren immer weiter herum und lockt neue Kunden an.
Die Ausgaben für die Werbegeschenke sind bei einem Vertragsabschluss kaum noch der Rede wert, wenn man beispielsweise einen Cocktail Shaker mit Beschriftung für zwei Euro einkauft und der Kunde im Gegenzug dafür eine Versicherung abschließt und in den kommenden Jahren ein Vielfaches des Einkaufswertes der kleinen Zugaben an Prämien zahlt.